Feuchte Träume in Preston und Burnley gegen West Ham

Für den Verfechter feuchter Träume und einer Abkühlung in heißen Nächten empfehlen wir übrigens wärmstens den Aufenthalt im St. Andrews House. Was an dieser Stelle klingt wie ein Freudenhaus war in Wirklichkeit nichts weiter als unsere Residenz, in der die Zweimann-Band aus dem fernen Kurfürstentum Sachsen ihr Quartier bezogen hatte. Als man gegen drei Uhr nachts von einer plätschernden Geräuschkulisse aus dem Tiefschlaf gerissen wurde. Völlig verpeilt fand man sich in einem klitschnassen Bettbezug wieder, dessen Ursache man nun erst einmal klären durfte. Orientierungsloses Gestolper zum nächsten Lichtschalter brachte nach dessen Betätigung die Aufklärung im Fall ''wet-bed-contest'' und man bestaunte ein nicht unerheblich großes, klaffendes Loch in der Decke über unserem aus Geiz, ein Zweibettzimmer zu ordern, gebuchtem Doppelbett, aus dem munter ein Wassertropfen nach dem anderen den Weg in unsere Koje fand. Als low-budget-Tourist eine Unterkunft mit fließendem Wasser vorzufinden gestaltet sich erfahrungsgemäß nicht immer als selbstverständlich, wären wir doch sehr verbunden gewesen, diesen Luxus nicht direkt in unserem Bett zu genießen. Kurzerhand konnte man diese Problematik, nachdem sich die Handlung, eine Zelefantüte mittig auf der Matratze zu positionieren als eher suboptimal erwies nun lösen, indem ein Plastik-Eimer, stibitzt aus dem Gemeinschaftsbad und fixiert zwischen beiden Kopfkissen das Wasserspiel zumindest kontrolliert und trocken ablaufen lassen konnte. Die Not macht erfinderisch. Verquollen saß man am nächsten Morgen am Frühstückstisch und kredenzte ein von der Küche des Hauses mit sichtlich viel Liebe zubereitetes English Breakfast. Sehen wir es als Entschädigung für die schlaflosen Stunden zuvor. Brav saß man schmatzend vor seinem Gedeck, von dem bis zum letzten Krümel alles den Weg in Richtung Verdauungstrakt fand. Was man von der Hautevolee am Nachbartisch allerdings nicht behaupten konnte. Lustlos in ihrem Essen herumgestochert blieb davon mindestens die Hälfte liegen, was von uns kopfschüttelnd zur Kenntnis genommen wurde und man sich wortlos und dazu verpflichtet gefühlt kurzerhand unter den Nagel riss und so dieser Unart stillschweigend seiner Missgunst ausdrückte. Unsereinem bleibt diese Unanständigkeit, Esswaren wegzuwerfen halt weiterhin ein Dorn im Auge. 
Dass der Zug gen Burnley, den es am frühen Vormittag zu erreichen galt wieder mal in letzter Not gerade so geschafft wurde, schmücke ich jetzt nicht weiter aus. Wie immer halt. Mir schräg gegenüber machten es sich irgendwelche Kunden von Preußen Münster bequem. Offensichtlich auch mit dem Ziel Estadio. Warum man jedoch als Hopper und somit als Gast in einer anderen Fussballkultur ein Spiel in Fankleidung seines eigenen Vereins besucht bleibt mir weiterhin ein Rätsel und ist für mich persönlich eine respektlose Sache. Von daher auch keinen Bock, das Volk anzuquatschen und eine Konversation zu führen.
In Burnley ausgespuckt regelte der Fußbus den Weg zur Unterkunft, in der wir die mobilen Endgeräte wieder mal mit etwas Strom versorgen mussten, um nicht in naher Zukunft in die undenkbare Situation zu kommen, ohne den essentiell wichtigen Kontakt zur Aussenwelt leben zu müssen. Naja. Was müssen wir zu Burnley wichtiges wissen? Eigentlich nicht viel. Das sehenswerteste hier ist wohl tatsächlich das Stadion vom Burnley FC, das den nächsten Ground der Reise verkörpern sollte. Fünfzehn für Premier League sehr legitime Geldeinheiten wechselten den Besitzer und mit unserem Platz auf der Haupttribüne und direkt an der Mittellinie hätte es uns auch schlechter treffen können. Das ''Turf Moor'' ist übrigens das nach dem am Vortag besuchten Deepdale in Preston das zweitälteste und durchgehend bespielte Fussballstadion in England. Kurz vor Anpfiff war die Hütte sogut wie voll. Von Anfang an behielt Burnley sowohl auf dem Platz als auch auf den Rängen die Oberhand und die ersten 45 Minuten plätscherten so vor sich hin, bis der Referee zum Pausentee lud und dieser in Form vom langersehnten Braugut zelebriert wurde. Im zweiten Durchgang der Partie gestalteten sich Spielgeschehen auf dem Rasen und Stimmung im Stadion englandtypisch direkt proportional zueinander und die 2-0 Führung Burnleys ließ den Haufen hinter dem Tor teilweise ordentlich abhotten. Wenn auch immer wieder das gleiche Liedgut in englischen Stadien zu finden ist, wurde man wenigstens von der Lautstärke dieser sehr positiv überrascht. Umso enttäuschender gestaltete sich jedoch der Auftritt der ''Hammers'', wie sie auf der Insel auch genannt werden. Ernüchternde zwei Mal konnte man das wohl vielen an der Stelle bekannte ''Forever Blowing Bubbles'' aus Richtung Gästeblock vernehmen, so richtig überzeugend kam das Ganze aber auch nicht rüber. Kurzum, von West Ham haben wir uns im Vorfeld mehr erhofft. Nichtsdestotrotz konnte man nach Preston auch diesen Nachmittag als sehr brauchbar abstempeln und hatte den nächsten Ground im Gepäck. Cheers.